Samstag, 1. Dezember 2012
Leise bieselt das Reh in den Ammersee...
mr.nanda, 17:11h
Heyho.
Letzte Woche fand wieder eines dieser berühmt-berüchtigten FÖJ-Seminare im Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil am Ammersee statt.
Da ich dieses mal im Vorbereitungsteam war, war es nicht so extrem entspannt wie letztes mal, aber es war trotzdem sehr schön.
Am Montag wartete ich mit meiner Freundin und einer FÖJ-Kollegin in einer Münchner U-Bahnstation (Ich glaube, es war Hohenzollernplatz) auf die U-Bahn als ich einen fragenden Ruf nach mir vernahm. Ich drehte mich um und erblickte hocherstaunt meinen alten Schulkollegen Simon, der mit seiner immernoch gleich verstrubbelten Haarpracht und seinem anscheinend immernoch existierenden knallgelben Pulli aus der Menge herausstach. Er wirkte wie immer sehr entspannt und konnte mir noch mitteilen, dass er jetzt einen Bufdi macht und grad auf dem Weg zum Seminar ist, bevor er in seine U-Bahn steigen musste. Simon, ich habe mich sehr gefreut dich zu sehen und wünsche dir alles Gute für die Zukunft und hoffe auf ein Wiedersehen im Memminger Grünen Haus.
Als ich dann im Endbahnhof Herrsching angekommen war, ging es von dort aus mit meiner Seminargruppe eineinhalb Stunden zu Fuß am Ammersee entlang nach Wartaweil.
Es war sehr schön die vielen verschiedenen verrückten Leute wieder zu sehen.
Abends folgte ein unvergesslicher Abend am lodernden Feuer unter freiem Himmel. Es wurde viel erzählt und gelacht und ging bis tief in die Nacht.
Am nächsten Tag stand dann eine Exkursion ins RAMSAR-Vogelschutzgebiet Ammersee auf dem Plan. Von dem Naturschützer Hr. Dr. Hermann wurden wir ausführlich über die Problematiken des Naturschutzes im Allgemeinen und im Besonderen am Ammersee aufgeklärt. Wir konnten mit Ferngläsern und Spektiven viele verschiedenen Wildentenarten neben Silberreihern, Gänsesägern und Kormoranen beobachten.
Es war eine sehr interessante Exkursion die vielfältige Informationen für uns bereithielt.
Abends gabs dann am Lagerfeuer wildes Getrommel wie im tiefsten Urwald mit mehreren Djemben als Rythmusinstrumente und mehreren verschiedenen Shakern, Rasseln und anderen Trommeln.
Das ganze ging bis tief in die Nacht und auch wenn man seine Hände nicht mehr gespürt hat wurde weitergespielt. Zusammen mit der Lagerfeuerromantik ergab das dann eine wunderschöne Atmospähre am Ammerseeufer.
Am Mittwoch stand dann ein genaueres Eingehen auf das Seminarthema "Ernährung - regional, saisonal, fair" auf dem Plan. Es wurde viel über die heutige Hungerproblematik erzählt. Da es ein sehr komplexes Thema ist waren die folgenden Disskussionen auch sehr vielfältig.
Abends stand dann eine Überraschung durch das Vorbereitungsteam auf dem Plan.
Es fand das sogenannte Weltessen statt.
Durch die Annahme, die Gruppe representiere die Bevölkerung Europa, Asiens und Afrika wurden kleine Gruppen mit 4 Europäern, 5 Afrikanern und 16 Asiaten gebildet.
Die Europäer durften ein mehrgängiges Menü mit Salat und Schinkennudeln, Pesto und reichlich Gemüse genießen, die Asiaten bekamen Gemüsereis und mussten diesen mit den Fingern essen und die Afrikaner, zu denen auch ich gehörte, mussten eine kleine Portion Linsen zu 5 aus einem Topf essen.
Die Asiaten und Afrikaner hatten, gemäß der Realverteilung natürlich zu wenig zu essen und vor allem viel zu wenig zu trinken, während die Europäer im puren Luxus lebten.
Aber die Europäer sind dann relativ schnell dazu übergegangen den Asiaten und Afrikanern Entwicklungshilfe zu leisten.
Am Donnerstag dann wurden am Vormitag verschiedene klassische Konsumprodukte analysiert und eine Antiwerbung konzipiert. Ich behandelte mit meiner Gruppe Smarties von der Nestlé-Gruppe.
Die kleinen lustigen Dinger sind echte Scheißkerle. Aber ich denke die Nestlé-Problematik ist bekannt.
Mittag machten wir dann selbst Käse und Butter.
Käse nach indischem Rezept:
Milch heißmachen bis sie fast kocht.
Dann Zitronensaft hinzugeben (am besten frischen). Und zuschauen wie die Milch ausflockt.
Ausflocken lassen und die Flocken in ein Tuch schütten und die restliche Flüssigkeit auspressen. Schon ist der feinkörnige Käse fertig. Ordentlich würzen und es schmeckt super.
Vielleicht kann ja jemand von der Seminargrupper, der da persönlich dabei nochmal in einem Kommentar das ganze genauer erklären...
Butter:
Am besten geht's mit einer Glasflasche. Die Glasflasche reinigen und trocknen.
Dann halb mit Sahne auffüllen.
Und schütteln. Und schütteln. Und schütteln.
Bis das ganze zu fester Schlagsahne wird.
Und weiter schütteln. Ganz feste.
Dann setzt sich das Fett in einem Butterklumpen in der Buttermilch ab.
Einfach mit einem Messer oder kleinen Löffel aus der Flasche pulen.
Die Buttermilch schmeckt super und die Butter auch.
Außerdem total einfach zu machen.
Auch als Sonntagvormittagaktion für die Kinder geeignet.
Am Freitag war dann großes Putzen angesagt und es ging wieder nach Hause.
Das Seminar war ein Selbstversorgerseminar, das heißt jede Mahlzeit wurde von uns selbst vor- und zubereitet. Es gab jeden Tag mindestens einmal eine warme Mahlzeit, was zu großen logistischen Kochkünsten führte, da riesige Mengen an Gemüse verarbeitet werden mussten.
Ich freue mich, dass ich eine so schöne Woche mit so verschiedenen Leuten verbringen durfte.
Grüße aus dem verschneiten Benebeuern.
euer Mr.Nanda
Letzte Woche fand wieder eines dieser berühmt-berüchtigten FÖJ-Seminare im Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil am Ammersee statt.
Da ich dieses mal im Vorbereitungsteam war, war es nicht so extrem entspannt wie letztes mal, aber es war trotzdem sehr schön.
Am Montag wartete ich mit meiner Freundin und einer FÖJ-Kollegin in einer Münchner U-Bahnstation (Ich glaube, es war Hohenzollernplatz) auf die U-Bahn als ich einen fragenden Ruf nach mir vernahm. Ich drehte mich um und erblickte hocherstaunt meinen alten Schulkollegen Simon, der mit seiner immernoch gleich verstrubbelten Haarpracht und seinem anscheinend immernoch existierenden knallgelben Pulli aus der Menge herausstach. Er wirkte wie immer sehr entspannt und konnte mir noch mitteilen, dass er jetzt einen Bufdi macht und grad auf dem Weg zum Seminar ist, bevor er in seine U-Bahn steigen musste. Simon, ich habe mich sehr gefreut dich zu sehen und wünsche dir alles Gute für die Zukunft und hoffe auf ein Wiedersehen im Memminger Grünen Haus.
Als ich dann im Endbahnhof Herrsching angekommen war, ging es von dort aus mit meiner Seminargruppe eineinhalb Stunden zu Fuß am Ammersee entlang nach Wartaweil.
Es war sehr schön die vielen verschiedenen verrückten Leute wieder zu sehen.
Abends folgte ein unvergesslicher Abend am lodernden Feuer unter freiem Himmel. Es wurde viel erzählt und gelacht und ging bis tief in die Nacht.
Am nächsten Tag stand dann eine Exkursion ins RAMSAR-Vogelschutzgebiet Ammersee auf dem Plan. Von dem Naturschützer Hr. Dr. Hermann wurden wir ausführlich über die Problematiken des Naturschutzes im Allgemeinen und im Besonderen am Ammersee aufgeklärt. Wir konnten mit Ferngläsern und Spektiven viele verschiedenen Wildentenarten neben Silberreihern, Gänsesägern und Kormoranen beobachten.
Es war eine sehr interessante Exkursion die vielfältige Informationen für uns bereithielt.
Abends gabs dann am Lagerfeuer wildes Getrommel wie im tiefsten Urwald mit mehreren Djemben als Rythmusinstrumente und mehreren verschiedenen Shakern, Rasseln und anderen Trommeln.
Das ganze ging bis tief in die Nacht und auch wenn man seine Hände nicht mehr gespürt hat wurde weitergespielt. Zusammen mit der Lagerfeuerromantik ergab das dann eine wunderschöne Atmospähre am Ammerseeufer.
Am Mittwoch stand dann ein genaueres Eingehen auf das Seminarthema "Ernährung - regional, saisonal, fair" auf dem Plan. Es wurde viel über die heutige Hungerproblematik erzählt. Da es ein sehr komplexes Thema ist waren die folgenden Disskussionen auch sehr vielfältig.
Abends stand dann eine Überraschung durch das Vorbereitungsteam auf dem Plan.
Es fand das sogenannte Weltessen statt.
Durch die Annahme, die Gruppe representiere die Bevölkerung Europa, Asiens und Afrika wurden kleine Gruppen mit 4 Europäern, 5 Afrikanern und 16 Asiaten gebildet.
Die Europäer durften ein mehrgängiges Menü mit Salat und Schinkennudeln, Pesto und reichlich Gemüse genießen, die Asiaten bekamen Gemüsereis und mussten diesen mit den Fingern essen und die Afrikaner, zu denen auch ich gehörte, mussten eine kleine Portion Linsen zu 5 aus einem Topf essen.
Die Asiaten und Afrikaner hatten, gemäß der Realverteilung natürlich zu wenig zu essen und vor allem viel zu wenig zu trinken, während die Europäer im puren Luxus lebten.
Aber die Europäer sind dann relativ schnell dazu übergegangen den Asiaten und Afrikanern Entwicklungshilfe zu leisten.
Am Donnerstag dann wurden am Vormitag verschiedene klassische Konsumprodukte analysiert und eine Antiwerbung konzipiert. Ich behandelte mit meiner Gruppe Smarties von der Nestlé-Gruppe.
Die kleinen lustigen Dinger sind echte Scheißkerle. Aber ich denke die Nestlé-Problematik ist bekannt.
Mittag machten wir dann selbst Käse und Butter.
Käse nach indischem Rezept:
Milch heißmachen bis sie fast kocht.
Dann Zitronensaft hinzugeben (am besten frischen). Und zuschauen wie die Milch ausflockt.
Ausflocken lassen und die Flocken in ein Tuch schütten und die restliche Flüssigkeit auspressen. Schon ist der feinkörnige Käse fertig. Ordentlich würzen und es schmeckt super.
Vielleicht kann ja jemand von der Seminargrupper, der da persönlich dabei nochmal in einem Kommentar das ganze genauer erklären...
Butter:
Am besten geht's mit einer Glasflasche. Die Glasflasche reinigen und trocknen.
Dann halb mit Sahne auffüllen.
Und schütteln. Und schütteln. Und schütteln.
Bis das ganze zu fester Schlagsahne wird.
Und weiter schütteln. Ganz feste.
Dann setzt sich das Fett in einem Butterklumpen in der Buttermilch ab.
Einfach mit einem Messer oder kleinen Löffel aus der Flasche pulen.
Die Buttermilch schmeckt super und die Butter auch.
Außerdem total einfach zu machen.
Auch als Sonntagvormittagaktion für die Kinder geeignet.
Am Freitag war dann großes Putzen angesagt und es ging wieder nach Hause.
Das Seminar war ein Selbstversorgerseminar, das heißt jede Mahlzeit wurde von uns selbst vor- und zubereitet. Es gab jeden Tag mindestens einmal eine warme Mahlzeit, was zu großen logistischen Kochkünsten führte, da riesige Mengen an Gemüse verarbeitet werden mussten.
Ich freue mich, dass ich eine so schöne Woche mit so verschiedenen Leuten verbringen durfte.
Grüße aus dem verschneiten Benebeuern.
euer Mr.Nanda
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judithb,
Dienstag, 25. Dezember 2012, 16:24
Senf aus Ecuador ;)
Hola du!
Deine Leben als FÖJler klingt wie immer sehr interessant und chillig.
und ich muss hier auch mal meinen Senf dazu abgeben ;)
Wartaweil ist echt genial, gell?
Ich war da letztes Jahr auch für ne Jugendfreizeit!
Das Weltessen hätte ich super interessant gefunden, wenn ihr Lateinamerika auch noch mit rein hättet: Die Leute haben hier nämlich an sich von der Vegetation im Überfluss und ernähren sich trotzdem viel zu einseitig und ungesund, obwohl es in den wenigsten Ländern so viele verschieden Früchte und Gemüse im Überfluss gibt wie hier. Hier gibts nämlich wenns schlimm kommt 3mal am Tag Reis mit Huhn...
Lass du dir dein Weihnachtsessen gut schmecken und lass mal wieder von dir hören!
lg
Deine Leben als FÖJler klingt wie immer sehr interessant und chillig.
und ich muss hier auch mal meinen Senf dazu abgeben ;)
Wartaweil ist echt genial, gell?
Ich war da letztes Jahr auch für ne Jugendfreizeit!
Das Weltessen hätte ich super interessant gefunden, wenn ihr Lateinamerika auch noch mit rein hättet: Die Leute haben hier nämlich an sich von der Vegetation im Überfluss und ernähren sich trotzdem viel zu einseitig und ungesund, obwohl es in den wenigsten Ländern so viele verschieden Früchte und Gemüse im Überfluss gibt wie hier. Hier gibts nämlich wenns schlimm kommt 3mal am Tag Reis mit Huhn...
Lass du dir dein Weihnachtsessen gut schmecken und lass mal wieder von dir hören!
lg
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